Vor über 110 Jahren dampfte die erste Eisenbahn im Landecker Amt

Auf den Tag genau hat der Heimatverein mit einem neuen Halteschild in Lampertsfeld am 26. September 2012 an die Eröffnungsfahrt der Hersfelder Kreisbahn vor 100 Jahren erinnert. Karl Honikel und Georg Bolzt brachten das Schild an. Am 26. September 1912 dampfte, rauchte und fauchte zum ersten Mal eine Eisenbahn das Solztal hoch bis nach Schenklengsfeld, wo die Honorationen festlich empfangen wurden. Die Hersfelder Zeitung berichtete über das Ereignis am 28. September 1912 sehr ausführlich auf der ersten Seite. Die Kreisbahn Hersfeld – Heimboldshausen läutete eine wirtschaftliche Blüte für das Landecker Amt und das Werratal ein. Vor allem nach dem 2. Weltkrieg erwies sich die Kreisbahn als Glücksfall für die Region, weil die Züge die Kalitransporte bis nach Bad Hersfeld übernehmen konnten.

Übrigens – Die Eisenbahn zeichnete verantwortlich dafür, dass sich am 1. Juni 1891 die deutschen Bahngesellschaften darauf einigten, die Fahrpläne nach „mitteleuropäischer Zeit“ abzustimmen (Greenwich plus eine Stunde). Am 1. April 1893, vor 125 Jahren, trat schließlich ein Gesetz in Kraft, das die Uhrzeit im gesamten Reich vereinheitlichte. An der neuen Zeitordnung wurde bald Kritik laut: Der große Unterschied zwischen Sonnenstand und offizieller Zeit an den Rändern der Zeitzone beeinträchtige die Ausnutzung des Tageslichts. Um eine Stunde mehr Tageslicht zu gewinnen, führte Deutschland im Ersten Weltkrieg die Sommerzeit ein, anschließend wieder ab, und 1980 wieder ein. Das Bild zeigt Euch, wie die “richtige” Zeit im damaligen Reich war – von Ost nach West, oder auch umgekehrt.

  • Die HKB besaß zwei Lokomotiven des Typs ELNA 6 (Loks 2” und 4”).
  • Beide Lokomotiven wurden 1960/1961 verkauft, haben aber bis heute überlebt.
  • Lok 2” ist sogar noch betriebsfähig und wird regelmäßig auf der Museumsbahn Ebermannstadt–Behringersmühle vom Dampfbahn Fränkische Schweiz e. V. eingesetzt.

Bild vom Bau der Bahnstrecke

Der HKB VT 54/VM 56/VS 55 war ein dreiteliger Triebwagenzug der Waggonfabrik Uerdingen. Er basierte auf den spanischen Renfe-Baureihen 591, war aber das einzige Exemplar, das an eine deutsche Bahngesellschaft geliefert wurde.

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